Der Gewichtswebstuhl – letzter Teil

Geschafft!

Der Gewichtswebstuhl ist fertig eingerichtet. Es kann wieder gewebt werden.

Gewichtswebstuhl fertig vorbereitet

Der fertig sortierte und eingerichtete Gewichtswebstuhl

Ausserdem habe ich einige Eindrücke von der Ausstellung mitgebracht

Schmuck für Frauen

Frauenschmuck: Fibeln, Glasperlen und Riemenzungen und eine Glasflasche

 

Insgesamt dauerte es weitere 6 Stunden, bis ich die hinteren Fäden an den Litzenstab angebunden hatte.

Gewichtswebstuhl Litzenstab

Das Anbinden an den Litzenstab zum Schaffen des künstlichen Fachs

 

Die Fäden müssen einzeln angebunden werden und zwar jeweils zwischen den vorderen Kettfäden hindurch. Immer schön im Wechsel. Das klingt einfach, braucht aber doch mehr Konzentration als man denkt. Der Zweck dieser Übung ist es, ein sogenanntes künstliches Fach zu schaffen.

Liegt der Litzenstab hinten auf seinen Halterungen, bilden die Fäden ein natürliches Fach dadurch, dass die hinteren gerade herunter hängen und die vorderen unten über den Balken liegen. Legt man den Litzenstab vorne in die Astgabeln, dann ergibt sich das notwendige zweite Fach dadurch, dass die hinteren Fäden angebunden sind und nach vorne gezogen werden.

Endlich war es so weit. Ich habe dann noch das Schiffchen neu bestückt und einige Schuss neu angewebt. Man sieht den Übergang, aber das ließ sich leider nicht vermeiden.

Gewichtswebstuhl beim Weben

Das Anweben mit dem Schiffchen im Gewebe

Schwert und Schiff beim Weben

Webschwert und Webschiffchen auf den Litzenfäden

 

Dann habe ich mir noch die Zeit genommen, um mir in Ruhe die Sonderausstellung anzuschauen. Ein paar Eindrücke von der Sonderausstellung und von der regulären Ausstellung:

 

Reliquiare 8. Jahrhundert

Goldene Kästchen – vermutlich Reliquiare – aus dem 8. Jahrhundert

Plakat und Eingang

Das Plakat der Sonderausstellung und der Eingang

Webgewichte, Spinnwirtel und Nadeln

Webgewichte, Spinnwirtel und Nadeln

Ohrgehänge

Ohrringe aus dem späten 7. oder frühen 8. Jahrhundert

Mittelhofen

Modell der alamannischen Siedlung Mittelhofen und das Gräberfeld oben rechts

Zahnschmerzen

Die grausamste Todesart: Zahnschmerzen. Der Karies hat sich in den Knochen gefressen und eine Blutvergiftung verursacht

Tafel Weben

Schautafel mit den verschieden Webmustern, die in der Alamannia nachgewiesen werden konnten

 

 

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Unternehmungen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Der Gewichtswebstuhl – letzter Teil

  1. Carmen schreibt:

    Hallo Bianca,

    aktuell sitze ich selber an einem Blog-Bericht über unseren Besuch im Fränkische Schweiz Museum. Auch hier gibt es einen Gewichtwebstuhl für die Besucher zum selber ausprobieren und auch einen kleinen Webrahmen mit aufgezogenen Webbrettchen. Beides leider in einem erbärmlichen Zustand, der mich an deinen Bericht erinnert hat.

    Das hat mich zu einigen Überlegungen gebracht: wie lange brauchen die Besucher, um die Webstühle in diesen Zustand zu versetzen und macht es Sinn, hier das Museumspersonal entsprechend zu sensibilisieren und zu schulen, dass schon früher korrigierend eingegeriffen werden kann?

    Wie waren da deine Erfahrungen in Ellwangen? Hast du einen Überblick, wie lange es dort brauchte, bis der Webstuhl nach dem Aufstellen so aussahe, wie du ihn vorgefunden hast bzw. weist du, ob er dort ganz seinem Schicksal überlassen wurde oder es durchaus Eingriffversuche von Seiten des Museums gab? Und wenn du dort ab und an unterwegs bist, wie sieht er mittlerweile aus?

    Danke für dein Feedback

    Carmen

    Gefällt mir

    • portapatetcormagis schreibt:

      Hallo Carmen 🙂
      Es dauerte schon so 2 Jahre bis der Webstuhl so aussah. Inwieweit das Museumspersonal eingegriffen hat, weiß ich leider nicht. Aber der Webstuhl steht ja extra zugänglich zum Ausprobieren da.
      Normalerweise sind Besucher durchaus vorsichtig – wenn man von Musterverwirrungen mal absieht.
      Wenn es rein ums Ausprobieren geht würde ich aber kleine Funktionsmodelle empfehlen. Die sind nicht so aufwendig im Bespannen.
      Wir können uns bei Bedarf auch gern per Mail austauschen 🙂
      Liebe Grüße
      Bianca

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s