Wochenends im Museum

Was tun am ersten Wochenende im neuen Jahr?

Mich zog es heute ins Alamannenmuseum in Ellwangen

Nicht nur zum Schauen. Als Darsteller arbeite ich zusammen mit meinem Lebensgefährten immer wieder mit dem Museum zusammen. Der Gewichtswebstuhl ist ziemlich zerzaust und benötigt eine geduldige Hand, um das Gewebe und die Fäden neu zu sortieren.

Gewichtswebstuhl vor Beginn

Gewichtswebstuhl im Alamannenmuseum Ellwangen vor Beginn des Ordnens

Der Gewichtswebstuhl ist Besuchern voll zugänglich und besonders Kinder haben Spaß daran, ihn auszuprobieren. Nach einiger Zeit schaut er dann aus, wie auf dem Foto oben. Es ist faszinierend, wo die Fäden überall langführen.

Gewichtswebstuhl zu Beginn

Gewichtswebstuhl vor dem Ordnen – Nahaufnahme der von Museumsbesuchern eingebrachten Schussfäden

Der Webstuhl ist mit Leinengarn bespannt. Ich habe die Fäden nicht gezählt, aber es sind ca. 500. Der Schuß war „kreativ“ eingebracht, einige der Kettfäden waren gerissen und insgesamt verheddert.

Die erste Stunde habe ich damit verbracht, einen Teil der eingebrachten Schussfäden wieder zu entfernen und das ebenfalls etwas verhedderte Garn vom Schiffchen zu  wickeln.

Dann habe ich die Fäden entfernt, die jeden zweiten Kettfaden am Litzenstab festhalten (auf dem oberen Bild die weißen Fäden).  Die Fäden sind in zwei Gruppen geteilt und bei der vorderen Gruppe habe ich dann die Webgewichte aus Ton

Gewichtswebstuhl Webgewicht

Webgewicht aus Ton mit Zöpfen aus den langen Kettfäden

entfernt, um dann die Fäden nochmals richtig zu sortieren. Dabei habe ich gleich die leider abgerissenen Kettfäden richtig sortiert – ja nachdem nach vorne oder nach hinten. Die zur vorderen Gruppe gehörigen (sehr wenige) habe ich gleich repariert, indem ich einen Faden angeknotet habe.

Immer ca. 20 Fäden sind zu einer Gruppe gefasst und unterhalb des Webgewichtes zu einem Zopf geflochten. Diese Gruppen habe ich erhalten und direkt unterhalb des Gewebes und nochmals ca. 50 cm tiefer mit einem Faden vorübergehend gesichert.

Das schaut jetzt so aus:

Gewichtswebstuhl zur Halbzeit

Zur Hälfte geordneter Gewichtswebstuhl

Und das war es dann auch schon für heute. Nachdem ich knapp 4 Stunden mit den Fädchen spielen durfte, schloß das Museum. Morgen ist die Rückseite dran mit der Mehrzahl der gerissenen Kettfäden. Dann kann ich die Webgewichte neu anbringen und noch ein Stückchen weben, um die Stellen mit den meisten Knoten nach oben und auf die Rückseite des Gewebes verschwinden zu lassen. Es ist ein Glück, dass dieses Gewebe vermutlich nie vom Webstuhl genommen werden wird. Wer diesen Stoff putzen (also die Fehler ausbessern, die Knoten entfernen und die Fäden vernähen) muss, hat für diese Arbeit einen Orden verdient.

Fortsetzung und Bilder vom dann hoffentlich wieder einsatzbereiten Gewichtswebstuhles werden folgen.

Und es gibt im Museum natürlich noch viel mehr zu sehen als diesen einen Webstuhl. Da werde ich ebenfalls zu gegebener Zeit berichten.

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2 Antworten zu Wochenends im Museum

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