Wintersonnenwende

Heute ist Wintersonnenwende. Der kürzeste Tag, die längste Nacht des Jahres.

Dieser besondere Tag war schon vor Jahrtausenden den Menschen wichtig, wie verschiedene Steinkreise – der berühmteste ist Stonehenge – oder auch die Himmelsscheibe von Nebra beweisen. Die Steinkreise sind alle so ausgerichtet, dass das Licht bei Sonnenaufgang am Tag der Sonnenwende durch den Eingang in den Kreis fällt. Auf der Himmelscheibe von Nebra sind die wichtigsten Gestirne und Sonnenkreise verzeichnet, die zur Bestimmung der Sonnenwenden wichtig sind.

Wintersonnenwende

Ein Kerzenlicht zur Wintersonnenwende

 


Auch von Kelten und Germanen ist überliefert, dass die Wintersonnenwende ein wichtiger Tag im Jahr war. Welcher Glaube im Detail dahinterstand und welche Feiern oder Zeremonien damit verknüpft waren, lässt sich historisch nicht mehr sicher rekonstruieren. Vermutlich ist es jedoch so, dass das Schmücken der Räume mit immergrünen Zweigen und Kerzen auf diese alte Zeit zurück geht.

Sicher ist jedoch, dass der Tag der Wintersonnenwende an Bedeutung gewinnt, je weiter im Norden die Menschen leben. Dort sind die Auswirkungen am deutlichsten zu spüren, wenn nur für wenige Stunden am Tag die Sonne am Himmel steht. Für uns ist der Winter in unseren beheizten Wohnungen und den wohlgefüllten Supermarktregalen nicht mehr lebensbedrohlich. Für unsere Vorfahren war der Winter jedoch jedes Jahr aufs Neue eine Gefahr. Die Nacht, in der die Dunkelheit ihren Höhenpunkt erreicht und dann zurück weicht, war damit vermutlich die wichtigste Nacht des Jahres.

Auch heute noch feiern viele Menschen in der einen oder anderen Weise die Wintersonnenwende, bei weitem nicht nur Wicca-Anhänger*innen, Esotheriker*innen oder Neo-Pagans. Meist hat die Feier mit Immergrün und Feuer zu tun, sei es nun ein Kerzchen, das entzündet wird oder ein großes Feuer, an dem man mit Freunden feiert.

Und hier noch ein Gedicht, von dem ich finde, dass es den Geist der Wintersonnenwende sehr schön widerspiegelt:

Es wächst viel Brot in der Winternacht

Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet Saat,
erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.

Und deucht die Welt dir öd‘ und leer,
und sind die Tage dir rauh und schwer:
Sei still und habe des Wandels acht:
Es wächst viel Brot in der Winternacht.

Friedrich Wilhelm Weber
1813-1894

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